Die Grünenfraktionen aus dem Landtag, dem Rhein-Sieg-Kreis (RSK) und der Stadt Bonn haben am Wochenende einen „Zehn-Punkte-Plan“ zur Besserung des in Bonn vorherrschenden Verkehrschaos vorgelegt. Wie zu erwarten, glauben die Grünen, die Verhältnisse mit der Verdrängung des von ihnen abgelehnten Autoverkehrs bessern zu können. Die Forderungen nach mehr Rad- und Busspuren sowie billigem oder gar kostenfreien ÖPNV klingen ewig gleich, haben aber mit ihrer Umsetzung in der Vergangenheit kaum zur Entschärfung der Verkehrssituation vor Ort beigetragen. Im Gegenteil: Der unter grün-roter Führung von 2020 bis 2025 stattgefundene Rückbau des Bonner Straßennetzes hat wesentlich zur heutigen Not auf den Bonner Straßen geführt. Die BBB-Fraktion hält die von den Landes- und Kreisgrünen aus Bonner Sicht unerbetenen Ratsschläge für untauglich.
Dazu sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Johannes Schott: „Was die grünen Funktionäre uns da unterbreiten, ist alter Wein in neuen Schläuchen, der zudem für die Stadt nicht finanzierbar ist. Wenn Frau MdL Höller und Herr MdL Metz kostenfreie ÖPNV-Angebote in Bonn wirklich wollen, fragen wir uns, warum sie diese sechs Monate nach der Brückensperrung mit ihrer Landesregierung nicht längst finanzieren. Unbedarfte Ratsschläge aus dem RSK, der zuletzt das neue Stadtbahnkonzept hintertrieb* und bis heute keine ausreichenden P&R-Plätze auf seinem Territorium geschaffen hat, können wir ebenso wenig brauchen.“
Die BBB-Fraktion schlägt ihrerseits mit Blick auf die kommenden verkehrsstarken Monate vor, die vier Fahrstreifen auf dem Hermann-Wandersleb-Ring, auf der Oxford-Straße, auf der Sandkaule und auf dem Belderberg wieder auf ganzer Länge für den Autoverkehr freizugeben. Ferner rät die Ratsvertretung der Wählergemeinschaft zur Öffnung des Cityringes sowie der dem Rheinufer nahen Wege**. Sie hält es auch für geboten, die Bahnfahrwege auf der Kennedybrücke für Pflegedienste, Krankentransporte von gehbehinderten oder bettlägerigen Personen etc. und die Müllwagen von bonnorange freizugeben.
Schott: „Sollte dies problemlos funktionieren, könnten die bis vor dem Umbau im Jahre 2010 für alle Verkehrsteilnehmer nutzbaren mittleren Spuren der Rheinbrücke in einem nächsten Schritt für Handwerker und Kundendienste, insbesondere bei zeitkritischen Reparatur- und Wartungseinsätzen, geöffnet werden.“
*https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=2027358&refresh=false
**Insbesondere könnte von Süden auf der Adenauerallee kommender Verkehr ab der Zweiten Fährgasse via Rathenau- und Brassertufer, der Rheingasse und der Straße Am Boeselagerhof direkt auf die Kennedybrücke auffahren.