16.01.2026 Bebauung des Landschaftsschutzgebietes unterhalb des Bismarckturmes – BBB sieht Abstimmung über Bauabsicht als Nagelprobe für verlässliche Politik

Die Bad Godesberger SPD will die zum Landschaftsschutzgebiet (LSG) Kottenforst gehörende Freifläche1 zwischen Elisabethstraße, Muffendorfer Straße, Am Bismarckturm und Am Kreuter mit bis zu 1.000 Wohnungen bebauen lassen. Ein zur Umsetzung dieses Planes dienender  Antrag2 der Godesberger SPD-Fraktion steht auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Bad Godesberg (28.01.2026, Stadthalle, ab 17.00 Uhr). Dass der SPD-Vorstoß, das ca. 7 Hektar große Areal unter dem Bismarckturm zu bebauen, dem vom Stadtrat beschlossenen Freiraumplan (Vgl. Drucksache 231965), der Biodiversitätsstrategie für Bonn (Vgl. Drucksache 220672-01) und dem Zielbeschluss „Klimaneutrales Bonn“ (hier: Steckbrief 7: CO2-Senken)  widerspricht, interessiert die Stadtverwaltung offenbar nicht: Ohne mit nur einem Wort auf die prekären Umweltaspekte der SPD-Initiative einzugehen, erklärt sich die Stadt in ihrer Stellungnahme bereit, bei Annahme des Antrages eine mögliche Bebauung des LSG zu prüfen.

Entgegen der Bad Godesberger SPD und der Bonner Stadtverwaltung, welche Klima- und Umweltschutz zwar allenthalben versprechen, diese Ziele aber allzu leichtfertig für Wohnungsbau über Bord werfen, wird der BBB den Plänen nicht zustimmen und hat mit einem eigenen Antrag3 den Erhalt der Grünflächen und deren Rekultivierung vorgeschlagen.

Dazu sagt BBB-Stadtverordnete Jutta Acar: Die bevorstehende Abstimmung des wesentliche Klima- und Umweltschutzaspekte völlig missachtenden SPD-Antrages wird zeigen, ob sich GRÜNE und LINKE an den durch ihre vergangene Ratsmehrheit beschlossenen Klimaplan noch gebunden fühlen und was von den Versprechungen zum Klima- und Hitzeschutz sowie Biodiversität in der Kooperationsvereinbarung4 des neuen Ratsbündnis aus CDU,SPD und FDP sowie von den Beteuerungen aus dem CDU/ OB-Wahlprogramm5 2025 zu halten ist. Wenn die gefassten Beschlüsse zum Umweltschutz nicht nur Makulatur waren und die gegebenen Wahlversprechen gehalten werden sollen, müsste es eine breite Zustimmung für unseren Antrag auf Erhalt und Rekultivierung des in Rede stehenden Landschaftsschutzgebietes geben.“

BBB, mit der Bitte um redaktionelle Verwendung

 

 

1 Die besagte Fläche steht nicht ohne Grund unter Landschaftsschutz ( LSG-5308-0014) und findet sich im Biokataster entsprechend wieder ( BK-5308-066). Die hohe lokale Bedeutung der Fläche für Mensch und Tier ist dort attestiert, als „Gefährdung“ ist der Siedlungsbau beschrieben und als Schutzmaßnahmen sind dort die Grünlandnutzung und eine Obstbaumpflege festgehalten, wie sie der BBB in seinem Änderungsantrag fordert. Die Planhinweiskarte der Stadt Bonn zeigt für den Bereich des LSG unterhalb des Bismarckturmes mit Blick auf das „Schutzgut Mensch“ eine hohe Bedeutung als Kaltluftbildungs- und leitfläche auf. Würde sie bebaut, würde der Luftstrom hin zu den Wohngebieten im Metzental, nach Pennenfeld und in Teile des Kur- und Villenviertels stark eingeschränkt. Insbesondere in den Sommertagen würde Schwüle und Hitze in den genannten Orten erheblich zunehmen.

2 SPD-Antrag (Drucksache 253265)

Quelle: https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=2023081&refresh=false

3 BBB-Änderungsantrag (Drucksache 253265-01)

Quelle: https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=2023337&refresh=false

4 https://www.cdu-bonn.de/artikel/gemeinsam-fuer-die-zukunft-von-bonn-kooperationsvereinbarung-von-cdu-spd-und-fdp-2025-2030

5 CDU-Programm Neustart „Bonn lebt auf“ unter Punkt 10: „Wir werden Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftschneisen weitestgehend offenhalten und Freiflächen in der Stadtplanung berücksichtigen“.

Quelle: https://bonn-lebt-auf.de/wp-content/uploads/2025/06/Neustart-2025-Bonn.-Besser.-Machen.-Kommunalwahlprogramm-der-CDU-Bonn-2025-2030.pdf