13.08.2026 ADFC-Klage für Verbleib von Fahrradspuren – BBB: Sorgen und Nöte der Autofahrer sind den Fahrradlobbyisten egal

Der örtliche Ableger des ADFC klagt im Verein mit einigen Privatleuten für den Bestand der unter grün-roter Ratsmehrheit im Sommer 2022 eingerichteten Fahrradspuren auf der Oxfordstraße. In einem Eilverfahren beantragen die Kläger u.a. den Stopp der derzeit laufenden Markierungsarbeiten zur Neuaufteilung des Verkehrsraumes auf der Oxfordstraße. Der ADFC vertritt die Meinung, der geplante Entfall von Abschnitten der Rad- und Busspur würde die Sicherheit der Fahrradfahrer gefährden. In einem zweiten Schritt will der ADFC -offenbar abhängig vom Ausgang des ersten Verfahrens – die Rückkehr zu einer vierspurigen Verkehrsführung auf der Adenauerallee vor Gericht angreifen. Die BBB-Ratsfraktion zeigt sich von dem Vorgehen der Interessenvertreter wenig überrascht.

Dazu sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Johannes Schott:“ Der Aufschrei der Fahrradlobby über die Pläne, Teile der grün-roten Beschlüsse zu Umwelt- und Fahrradspuren, u.a. wegen der Sperrung der Friedrich-Ebert-Brücke einzukassieren, ließ diesen Schritt erwarten. Das Verkehrschaos in Folge des Brückenversagens spielt bei den Lobbisten des ADFC erkennbar nur eine untergeordnete Rolle, am Gemeinwesen vorbei haben sie vorrangig ihre eigenen Interessen im Sinn. Dabei sind den Berufspedaleuren und ihren Verbündeten aus den Reihen der Grünen und Linken die Sorgen und Nöte der Autofahrer schlicht egal. Schlimmer noch: Die Fahrradfanatiker unter ihnen freuen sich über die Staus. In einer Hinsicht hat der ADFC allerdings recht. Die städtische Planung, den Radverkehr teilweise in der Oxfordstraße zu belassen, ist tatsächlich Murks. Sie wird zwischen Budapester- und Kasernenstraße lediglich zu einer vergrößerten Aufstellfläche für Autos führen. Für uns muss angesichts der prekären Bonner Verkehrslage als Quintessenz aus der Abwägung zwischen den Belangen der Verkehrsarten das Gegenteil der Forderung des ADFC umgesetzt werden. Statt Erhalt des Status Quo hilft den gebeutelten Bonnern nur ein Verbot für den Radverkehr auf der Oxfordstraße zwischen Altem Friedhof und Belderberg. Das Gleiche gilt für die gesamte Adenauerallee.“

Bemerkenswert ist der Schritt des ADFC nur in einer Hinsicht: Der Verein lässt sich mitunter gerne seine Projekte vom Bonner Steuerzahler finanzieren*, scheint die Klage aber nicht für treuwidrig zu erachten.

Dazu sagt BBB-Stadtverordneter Marcel Schmitt: „Das Verhalten der ADFC-Verantwortlichen gegenüber der Stadt Bonn darf man getrost als unfreundlichen Akt ansehen. Einerseits Steuergeld für interessengeleitete Eigenaktivitäten kassieren, andererseits demokratisch legitimierte Entscheidungen der Stadt per Klage anzugreifen, das ist schon mehr als dreist.“

*https://www.bonn.sitzung-online.de/public/to020?TOLFDNR=2056687