23.07.2026 Bonner Stadtmuseum – BBB setzt sich für Standort an der Windeckstraße ein

Nachdem die Stadt ihre Grundstücke im Viktoriakarree weit unter Wert und mit der später geplatzten Hoffnung auf einen Kauf der Fläche des Landesbehördenhauses an das Land NRW verscherbelte, musste neben der Gedenkstätte für die NS-Opfer auch das Bonner Stadtmuseum zum Jahresende 2025 seine angestammte Heimat an der Franziskanerstraße verlassen. Obschon der Auszug des Stadtmuseums aus der bisherigen Bleibe im Viktoriakarree lange feststand, verabsäumten es Stadtverwaltung und Ratsmehrheit einen würdigen neuen Museumsstandort zu finden. Die Prüfung, ob der einst als Unterkunft für die städtische Kunstsammlung genutzte, aber wenig repräsentative Anbau des Alten Rathauses aus den 1950er Jahren für das Museum geeignet wäre, verlief im Sande. Als die BBB-Fraktion im Sommer 2025 im Stadtrat konkret beantragte (Vgl. DS253682), dass dem Rat ein Konzept zur Unterbringung des Stadtmuseums in der Alten Münsterschule an der Windeckstraße vorgelegt werden soll, machte die damalige grün-rote Ratskoalition daraus erst einmal den bis heute nicht voll abgearbeiteten Prüfauftrag (Vgl. DS 253682-02 AA), ob eine Unterbringung des Stadtmuseums im besagten Gebäude überhaupt möglich sei. Etwas umformuliert, in der Sache aber identisch, hat der Kulturausschuss in seiner Sitzung am 15. Juli 2026 nun dem Stadtrat auf Antrag der neuen Ratskooperation und Volt empfohlen (Vgl. DS 261279), die Verwaltung mit einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen, mit der untersucht werden soll, wie der Standort Windeckstraße 1 als dauerhafter Standort für das Stadtmuseum genutzt werden kann. Würde der Rat dem Vorschlag folgen, würde das die längst gültige Beschlusslage lediglich erneuern.

Von dem geschichtsvergessenen Umgang mit der Bonner Lokalhistorie und dem mutwilligen Herauszögern der längst fälligen Entscheidung durch Oberbürgermeister Guido Deus und die Ratsmehrheit lässt sich der BBB nicht beirren, und hat für die nächste Ratssitzung erneut einen Antrag* (s.a. Anlage) mit dem Ziel eingebracht, das Stadtmuseum in der in alten Schule an der Windeckstraße, in der zur Zeit noch die Touristinfo, die Theaterkasse und Teile der Wirtschaftsförderung untergebracht sind, anzusiedeln.

Dazu sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Johannes Schott: „Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Entscheidung weiter verschleppt wird und unser Stadtmuseum nur noch in Umzugskisten verpackt existiert. Der zentrale Standort an der Windeckstraße ist für das Stadtmuseum bestens geeignet. Mit der Innenstadtlage und der Nähe zu den erhaltenen Teilen der Stadtbefestigung** würde dort für Besucher Bonns Stadtgeschichte les- und erlebbar werden. Mit nach heutigem Stand vertretbarem Aufwand kann das alte Schulhaus so ertüchtigt werden, dass dort eine ansprechende Darstellung unserer Stadthistorie möglich wird. Zudem kann in gewissen Umfang auch Platz für die Gedenkstätte geschaffen werden. Die bislang in der alten Schule ansässige Bonn-Information kann in das Erdgeschoss des Alten Rathauses verlagert werden. Sollte es von Seiten der Wirtschaftsförderung erneut Querschüsse dagegen geben, erwarten wir von OB Deus, dass er entsprechend seiner Organisationshoheit hier endlich durchgreift und dem Amt von Frau Appelbe einen anderen Platz zuweist. Wo kommen wir hin, wenn Teile der Verwaltung glauben, einen Sonderstatus zu haben und wichtige Standortentscheidungen torpedieren zu können. Das muss ein Ende haben.“

* BBB-Antragstext für die Sitzung des Stadtrates am 24. September 2026

1. Das Stadtmuseum wird dauerhaft in der Liegenschaft Windeckstr. 1 (vormals Münsterschule für Mädchen) untergebracht. Für die hierzu erforderliche Ertüchtigung des Gebäudes erstellt die Verwaltung einen Zeit-, Kosten- und Ausführungsplan, den sie dem Stadtrat bis spätestens zu dessen Sitzung am 12. November 2026 zur Beschlussfassung vorlegt.

2. Die unter Einbeziehung etwaiger Fördermittel absehbar notwendigen werdenden Finanzmittel zur Umsetzung der dauerhaften Unterbringung sind in den kommenden Haushaltsplan bzw. die mittelfristige Finanzplanung einzustellen.

3. Die Arbeitsgemeinschaft der Bonner Geschichtsvereine wird vom Rat der Bundesstadt Bonn gebeten, sich mit seiner Expertise in das Vorhaben einzubringen.

**Bastionsstandorte

im Florentiusgraben, in der Tiefgarage des Sparkassengebäudes Friedensplatz, neben der Rolltreppe in der Cassiusbastei, im Jahre 1900 zum Bottlerplatz versetztes Sterntor aus dem 13. Jahrhundert