BBB-Position zu den jüngst vorgestellten Plänen von Oberbürgermeister Guido Deus (CDU) und seiner Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönninger (SPD) zur Zentralisierung des Bonner Theaters in einem Gewerbegebiet in Beuel:
Die vorgelegten Pläne zur Zukunft der Bonner Bühnen sind in ihrer jetzigen Form nicht entscheidungsreif. Die Verwaltung hat zentrale Prüfaufträge des Rates bislang nicht erfüllt und legt gleichzeitig einen erheblichen Zeitdruck für eine Grundsatzentscheidung vor – das lehnen wir ab.
Insbesondere die favorisierte Variante eines Opern-Neubaus sowie die Zentralisierung von Oper und Schauspiel in Beuel greift zu kurz: Wichtige Kosten – etwa für Nachnutzungen, Denkmalsanierungen, Infrastruktur und Verkehr – sind nicht berücksichtigt. Schon jetzt ist absehbar, dass sich die veranschlagten Summen für die Variante E deutlich erhöhen werden. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen zur Nutzung der bisherigen Standorte und zur Umsetzbarkeit vor Ort unbeantwortet.
Für uns ist klar: Oper und Schauspiel gehören in die Innenstadt von Bonn und Bad Godesberg. Sie sind prägende Orte des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Identität Bonns als Beethoven-, Bundes-/UN-Stadt, Firmenstandort zweier DAX-Unternehmen und als Wissenschaftsstandort.
Wir setzen uns daher für eine Lösung ein, die finanziell verantwortbar ist und Planungssicherheit schafft. Auf dieser Grundlage erscheint insbesondere ein Opernneubau am bisherigen Standort an der Kennedybrücke in modularer Bauweise sowie die Sanierung des Schauspielhauses Bad Godesberg als sinnvoller und verantwortungsvoller Weg.