Schienenlärm in der Rheinaue, BBB: Lärmschutz lohnt sich doch!

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Bereits im Februar 2014 hatte die BBB-Fraktion beantragt (Vgl. BoRiS Drucksache 1410272), bei der notwendigen Erneuerung der Gleise der Stadtbahn auf der Konrad-Adenauer-Brücke lärmmindernde Maßnahmen vorzusehen. Die Qualität des zentralen Rheinauenparks als Raum für Erholung und Entspannung leidet unter den dröhnenden Fahrgeräuschen der Stadtbahn, die die Brückenkonstruktion wie ein Resonanzkörper verstärkt. Weite Teile des Erholungsparks links und rechts des Rheins werden so regelmäßig mit Lärm überzogen.

Geschlagene 7 Jahre später, schlägt Oberbürgermeisterin Katja Dörner nun dem Rat vor, auf die von der BBB-Fraktion initiierten lärmreduzierenden Maßnahmen bei der Sanierung der Stadtbahngleise auf der Südbrücke zu verzichten (Vgl. ALLRIS Drucksache 210213)*.  Zur Begründung führt die OB aus, dass eine Lärmsanierung des Schienenweges auf der Brücke voraussichtlich 1,4 Mio EUR kosten würde, dadurch aber nur ein "vergleichsweise geringer lärmmindernder Effekt" bewirkt werden könne. Dabei verweist sie auf ein von der SWB in Auftrag gegebenes Gutachten.

 Dazu sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Marcel Schmitt: „Wir halten die Bewertung des Gutachtens durch OB Dörner für unzutreffend. Der von den SWB selbst bestellte Fachmann kommt in seiner Expertise zum Schluss, dass bei einer Umsetzung der von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen eine Reduktion der durch den Schienenverkehr abgestrahlten Geräusche in Höhe von 6-9 dB(A) zu erwarten steht. Das ist beachtlich. Denn eine Minderung von 10 dB(A) wird -nach allgemein üblicher Faustformel- vom Menschen bereits als Halbierung des Lärms wahrgenommen. Beim Lärmschutz scheint die Oberbürgermeisterin mit zweierlei Maß zu messen. Geht es um den Kraftfahrzeugverkehr werden Beschränkungen für Autofahrer unter dem Vorwand des Lärmschutzes schnell umgesetzt. Der Schienenverkehr in und durch Bonn darf aus Sicht von Frau Dörner anscheinend ungehindert Krach produzieren. Von einer Oberbürgermeisterin erwarten wir hingegen, dass sie beim Thema Lärmschutz konsequent im Sinne aller Bürger handelt. Das ist vorliegend nicht der Fall.“

* https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=10216&refresh=false

BBB mit der freundlichen Bitte um Veröffentlichung

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