Bebauung im Rosenfeld in Bonn-Buschdorf - BBB kritisiert Koalition wegen Wohnungsbauplänen zulasten des Klimaschutzes

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Die BBB-Fraktion ist sich sicher, dass die Neuplanung im Bereich des Bebauungsplanes „Rosenfeld“ zur Nagelprobe für die Bonner Grünen und der Koalition wird. Denn die insbesondere von der Koalition aus Grünen, SPD, Linke und Volt beabsichtigte höhere Bebauung kennt nur einen Sieger – nämlich den Wohnungsbau zulasten des Klimaschutzes. Schon 2011 im Rahmen des Satzungsbeschlusses wies die Verwaltung (DS 1113993) auf das amtliche Gutachten über das Stadtklima von Bonn des Deutschen Wetterdienstes aus April 1990 hin. Danach sind die großen Freiflächen des Baugebietes Rosenfeld insbesondere während schwachwindiger Strahlungswetterlagen tagsüber für die Belüftung des Bonner Nordens von großer Bedeutung. Durch häufige West- und Westnordwestwinde erfolgt über diese Flächen ein Transport kühler, lufthygienisch unbelasteter Luft stadteinwärts und sorgt dort für Luftaustausch und Minderung der Wärmebelastung.

BBB-Stadtverordneter Johannes Schott: „Diesen klimatisch bedeutsamen Gesichtspunkten wurde laut Verwaltungsvorlage (DS 1113993) gerade eben durch eine maßvolle Höhenentwicklung (2 Geschosse) in Verbindung mit einer gezielten Ausrichtung der Baukörper Rechnung getragen. Eine höhere Bebauung würde damit unweigerlich zu einer klimatischen Verschlechterung im Bonner Norden als ohnehin schon durch die bislang geplante moderate Bebauung führen. Weder die aus dem von der Stadt eingeführten Bewertungssystem `Zures` noch die online über den Deutschen Wetterdienst beim Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) abrufbaren Daten lassen in meinen Augen einen anderen Schluss zu. Wie Grüne, SPD und Linke bei einer höheren Bebauung zusätzlich auch noch Klimaneutralität erreichen wollen, ist mir ein Rätsel. Es sei denn, man greift wieder in die reine Rechen-Trickkiste mit Ausgleichsflächen z.B. im Kottenforst. Nur das hilft den Menschen im Bonner Norden an heißen Sommertagen nicht. Die Bonner Grünen werden sich also entscheiden müssen, ob sie dem Wohnungsbau Vorrang vor dem Klimaschutz geben und damit auch weiterhin ihre Grundwerte verkaufen wollen.“

Der BBB erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass laut Statistischem Bundesamt 36 % der CO2-Emissionen privater Haushalte auf das Wohnen entfallen und damit noch deutlich mehr als auf das private Mobiltitätsverhalten mit 26,6 %. Das kommt zu den sonstigen klimatischen Belastungen, die mit einer solchen Betonierung verbunden sind, noch hinzu.

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