Müllverbrennungsanlage Bonn
Müllverbrennungsanlage Bonn
BBB: Gleisanschluss muss kommen
Der Bürger Bund Bonn (BBB) begrüßt die Entscheidung der Steuerungsgruppe zum MVA-Ausbau, diesen nicht zu realisieren. „Ohne die Aussicht auf wirtschaftliche Auslastung ist es nun absolut konsequent, sich von dem Erweiterungsprojekt zu verabschieden", so der Sprecher des BBB im Rat, Dr. Hans-Ulrich Lang. „Zugleich war die Auslastung nur eine von mehreren Voraussetzungen. Die zu erwartende Kostenexplosion für die Realisierung und die Tatsache, dass sich die Konkurrenzsituation auf dem Markt durch neue oder erweiterte Anlagen in NRW verschärfen wird, hat die gesamtwirtschaftliche Einschätzung sicher mit beeinflusst."
Ganz unabhängig von den nun gescheiterten Erweiterungsplänen muss nach Ansicht des Bürgerbunds der Gleisanschluss für die MVA auf jeden Fall kommen. So könne man insbesondere die 80.000 Jahrestonnen Schlacke künftig über die Schiene abtransportieren. Dr. Lang: „Die Verlagerung eines Teils der Mülltransporte auf die Schiene wäre eine große Entlastung für die Bonner Straßen. Wir hoffen, dass diese Planungen schnellstmöglich realisiert werden."
Der BBB forderte von Beginn der Diskussion um eine Kapazitätsausweitung der MVA an die sorgfältige Prüfung als Entscheidungsgrundlage ein. Im Vorfeld hatte sich die Freie Wählervereinigung weder für noch gegen eine Ausweitung der Kapazitäten um eine vierte Verbrennungslinie ausgesprochen, sondern wollte das Resultat der ergebnisoffenen Prüfung abwarten. Um eine qualifizierte Entscheidung treffen zu können, informierte sich eine Arbeitsgruppe darüber hinaus ausgiebig vor Ort über die Müllverbrennungsanlage. Auch wurde die Bürgerinitiative angehört und das Thema innerhalb des BBB kontrovers diskutiert.
Mit einer offensiveren Informationspolitik und frühzeitigen offiziellen Bürgerversammlungen hätte man den Sorgen und Ängsten in Teilen der Bevölkerung besser begegnen können. Johannes Schott, Bezirksverordneter des BBB im Stadtbezirk Bonn: „Gerade im Müllgeschäft ist eine offensive Informationspolitik unverzichtbar. Bei einem derartigen Projekt muss man von vornherein die Bürgerinnen und Bürger in die Diskussion mit einbeziehen."




