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05.04.2007 Zentrenkonzept und Lidl Beuel

Zentrenkonzept und Lidl am Beueler Güterbahnhof

BBB: Gutachten Ernst nehmen

Schön, dass es mit der Nahversorgung in Neu-Vilich und den angrenzenden Ortsteilen nun doch noch klappt. Dass es wieder einer der „großen" Discounter ist, kommt nicht wirklich überraschend und wird den Bürgerinnen und Bürgern sicher auch recht sein. Obwohl es schon verwundert, dass hier in Bonn die „guten Lagen" anscheinend nur Aldi und Lidl unter sich aufteilen.

Wenn jetzt das Anfang des Jahres vorgelegte Einzelhandels- und Zentrenkonzept von Herrn Acocella zur Begründung der Richtigkeit dieser Entscheidung angeführt wird, weist der BBB darauf hin, dass andere Standorte für Discounter von ihm abgelehnt werden, dazu gehört auch der geplante Lidl am Güterbahnhof. Schon das Cima-Gutachten betrachtete die Auswirkungen eines Lidl am Güterbahnhof bestenfalls als neutral für das Beueler Zentrum und das, obwohl Lidl die Bearbeitung dieser Zusatzfrage selbst bezahlt hatte. Im ursprünglichen Auftrag, den die Beueler Bezirksvertretung an die Cima erteilt hatte, war die Klärung der Frage, wie sich eine Lidl-Filiale am Güterbahnhof auf das Beueler Zentrum auswirkt, gar nicht enthalten.

Caroline Klän, Beueler Bezirksverordnete des BBB: „Das Konzept von Acocella ist dagegen unabhängig und so verwundert auch seine negative Einschätzung zum Standort Güterbahnhof nicht - wenngleich sie natürlich recht behutsam verpackt ist. Im Gespräch wird Dr. Acocella wesentlich deutlicher und macht unmissverständlich klar, wie schädlich diese Planung für das Beueler Zentrum ist." Acocella stellt übrigens auch dem Standort für die Lidl-Filiale in Pützchen/Bechlinghoven ein vernichtendes Urteil aus. Klän: „Eine grandiose Fehlentscheidung der großen Koalition, gegen die Stimmen von BBB und Bündnis 90/Die Grünen. Auch der Lidl am Güterbahnhof scheint in der großen Koalition bereits beschlossene Sache zu sein und damit steuert sie auf die nächste zentrenschädliche Fehlentscheidung zu."

Die Verwaltung hingegen zeigt sich noch standhaft, auch sie ist gegen die bisherige Planung. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass sie dem drängenden Votum der Politik nachgibt, siehe Pützchen/Bechlinghoven. Zumal Lidl noch so einiges an Morgengaben parat hat: Ein Teil des Geländes am Güterbahnhof könnte für den geplanten Busbahnhof zur Verfügung gestellt werden und die Übernahme der Kosten für den Um- und Ausbau der Unterführung zur Oberen-Wilhelmstraße ist sicher mehr als reizvoll für die Verwaltung. Einem geschenkten Gaul guckt man halt nicht ins Maul.

Der BBB wird mit einem Änderungsantrag für die weiteren Beratungen des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts die Verwaltung auffordern zu erläutern, wie sie sich die im weiteren Beratungsverfahren geplante Einbeziehung der (Fach)Öffentlichkeit konkret vorstellt. Caroline Klän: „Wir müssen das Papier nicht nur für Beuel standortbezogen und im Detail diskutieren. Irgendwelche abstrakten Großveranstaltungen machen bei diesem wichtigen Thema keinen Sinn."