Nationalpark Siebengebirge
Nationalpark Siebengebirge
BBB lehnt Nationalpark ab
Der Bürgerbund lehnt nach intensiver Diskussion die Einrichtung eines Nationalparks Siebengebirge ab. Nationalparks haben zum Ziel, eine von Menschen möglichst unberührte Landschaft durch Festlegung großräumiger Ruhezonen zu erhalten. Die Natur soll sich selbst überlassen bleiben. Der Mensch als Erholung Suchender ist mit diesen Zielen nur schwer zu vereinbaren. Insofern ist der Begriff des „Bürger"Nationalparks Etikettenschwindel. Joachim Decker, Planungssprecher des BBB im Rat: „Der Naturpark Siebengebirge ist für die Menschen in der Umgebung das weitaus wichtigste Erholungsgebiet. Er verdankt dies nicht nur seiner landschaftlichen Schönheit, sondern auch seinem großen Reichtum an historischen Denkmälern und Erinnerungsstätten, an prähistorischen Bodendenkmälern, an industriegeschichtlich wichtigen Orten und erdgeschichtlich einzigartigen Anschauungsplätzen. Vor allem aber ist die hervorragende Erschließung des Gebietes durch Parkplätze, Spazier- und Wanderwege seit Jahrzehnten eine willkommene und überaus wirksame Einladung an die Erholung suchenden Menschen. Diese Zugänglichkeit soll durch das Vorhaben erklärtermaßen stark beschränkt werden."
Nach Auffassung des Bürgerbunds erfüllt der geplante Nationalpark nicht einmal annähernd die zurzeit gültigen Naturschutzstandards. Das Gebiet ist seit Jahrhunderten vom Menschen bewirtschaftet, eine Rückführung in einen „Ur"Wald bedeutet für das Siebengebirge eine Verarmung an Natur und Landschaft und einen immensen Vermögensschaden für die Forstwirtschaft, der vermutlich vom Steuerzahler zu tragen ist.
Eine Ausweitung des Tourismus würde zu einer Verschärfung der bereits heute ungelösten Verkehrsproblematik führen, die möglicherweise erzielbaren wirtschaftlichen Vorteile durch Investitionen in die Infrastruktur wieder aufgezehrt. Denn bislang ist die Finanzierung völlig ungeklärt. Bei der geplanten Konstruktion eines Zweckverbandes als Träger der Maßnahme geht der Bürgerbund nicht davon aus, dass das Land den Nationalpark dauerhaft und unbegrenzt subventionieren wird.
Für den BBB ist die Zustimmung zur Einleitung des Verfahrens eine wichtige Vorentscheidung, hinter die die Stadt Bonn nur schwer wird zurückgehen können. Denn es ist mehr als fraglich, ob sie anschließend noch Herrin des Verfahrens sein wird.




