Fortschreitende Umnutzung von Gewerbeflächen - BBB fordert stärkere Beachtung der produzierenden Betriebe in Bonn

Bereits seit Jahren spricht sich die BBB-Fraktion leider vergeblich angesichts der bekannten Gewerbeflächenknappheit und der besorgniserregend einseitigen Entwicklung des Arbeitsmarktes dafür aus, Gewerbe- und Industriegebiete nicht für Wohn- oder Bürozwecke freizugeben. Bestätigt wird die Haltung des Bürgerbunds nun durch das im Wirtschaftsausschuss vorgestellte Gutachten (Vgl.DS 1711882) der Dr. Jansen GmbH. Dort werden neben der Engpasslage und der bestehenden Nutzungskonkurrenz bei Gewerbe- und Industrieflächen auch die daraus resultierenden Folgen zum Nachteil der Stadt Bonn eingehend beschrieben.

Statt aber die für Gewerbe- und Industriebedarf vorgesehenen Flächen für die Neuansiedlung von herstellenden Betrieben vorzuhalten, leistet die Bonner Stadtverwaltung der Verdrängung des Gewerbes weiter Vorschub. Jüngste Beispiele für die unvermindert anhaltende Fehlentwicklung finden sich in der Weststadt. Auf dem alten Schlachthofgelände an der Immenburgstraße sollen entgegen ursprünglicher Planung neben dem Veranstaltungszentrum „Westwerk“ nun auch beachtliche Büroflächen entstehen und in der Nachbarschaft, auf dem früheren Firmengelände des Technologieunternehmens Heinrich Frings an der Nideggerstraße, ist der Bau von 288 Wohnapartments beabsichtigt. Frings, als Weltmarktführer bei Verfahrens- und Anlagetechnik für industrielle Essigproduktion ein „Hidden-Champion“, ist Anfang des Jahres nach Rheinbach abgewandert, weil die Stadt der Firma, die aus Kapazitätsgründen einen neuen Standort suchte, kein adäquates Grundstück zu einem annehmbaren Preis anbot. Laut Auskunft der Verwaltung auf eine BBB-Anfrage (Vgl. DS1411938ST15) ist auch auf dem sog. Miesengelände in Dottendorf (bisher ein Industriegebiet) eine vorwiegende Büro- und Dienstleistungsnutzung geplant.

Dazu BBB-Fraktionsvorsitzender Marcel Schmitt: „Die von der Stadtspitze geförderte Entwicklung Bonns zu einem reinen Büro- und Dienstleistungsstandort und die daraus resultierende Abwanderung von Firmen ins Umland hat negative Folgen. Bonn gehen Steuereinnahmen und Arbeitsplätze verloren. Der Anteil des produzierenden Gewerbes am hiesigen Arbeitsmarkt ist seit Jahren im einstelligen Bereich und sinkt weiter. Das Gutachten zeigt in aller Deutlichkeit auf, dass geringe Beschäftigungsangebote für Arbeitnehmer in den Fertigungsberufen in Bonn zunehmend zu hohen Sozialleistungen führen.“

Zur Deckung des künftigen Bedarfs an Gewerbe- und Industrieflächen in Bonn empfiehlt der Gutachter, ein Kontingent von ca. 172 ha an die umliegenden Kommunen zu verlagern.

Schmitt: „Was wir brauchen, ist ein umfassend gedachter wirtschafts-, planungs- und sozialpolitischer Ansatz in der Arbeitsmarktpolitik. Eine kommunale Zusammenarbeit kann hilfreich sein, sie muss sich aber für beide Seiten rechnen. Dies wäre zum Beispiel über anteilige Gewerbesteuereinnahmen möglich. Wird das Gewerbe hingegen nur in den Rhein-Sieg-Kreis verlagert, bringen wir kaum einen Bonner mehr in Arbeit und kommen auch nicht zu einer Verringerung der von uns aufzubringenden Transferleistungen.“

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